Wenn du diesen Blogbeitrag liest, dann denkst du vermutlich darüber nach, welche Vitamine, Mineralien oder eine andere Nahrungsergänzung neben dem normalen Hundefutter Sinn macht oder ob sie überflüssig ist.
Aus Erfahrung kann ich sagen: Weniger ist oft mehr!
Doch ich habe mir das mal genauer angeschaut und erkläre dir, was du wissen solltest: Wann Nahrungsergänzungen wirklich helfen, welche Risiken es gibt und wie du sicherstellst, dass dein Hund mit seinem Futter schon sehr gut versorgt ist.
Was komplettes Futter bedeutet
Bevor du anfängst Supplemente in deinen Hund zu geben, prüfst du zunächst, ob das Futter deines Hundes bereits „vollständig“ ist.
Viele Futtersorten (insbesondere Nass- und Trockenfutter) sind so zusammengestellt, dass sie alle notwendigen Makronährstoffe (Proteine, Fette, Kohlenhydrate) und Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralien) enthalten.
In Europa liefern die FEDIAF Standards klare Regeln, welche Mindestwerte ein Alleinfutter liefern muss.
Doch es reicht nicht, dass etwas drin ist, es muss auch gut aufgenommen werden können. Sprich, die Bioverfügbarkeit ist ausschlaggebend. Zutaten, deren Nährstoffe ohne große Verluste verfügbar sind, machen den Unterschied. Studien zeigen z.B., dass tierische Quellen oft eine bessere Verwertbarkeit (Digestibilität, Aminosäuren etc.) haben als pflanzliche Quellen.
Wenn das Futter also hochwertig, naturbelassen und „komplett“ ist, braucht dein Hund meistens keine zusätzlichen Vitamine oder Mineralien.
Wann sind Nahrungsergänzungen sinnvoll?
Es gibt aber Fälle, in denen Ergänzungen sinnvoll sind
Selbstgekochtes oder Rohfutter: Kochst du selber für deinen Hund oder fütterst du ihn roh, kann es sein, dass bestimmte Vitalstoffe fehlen oder zu wenig in aktiver Form vorliegen. In solchen Fällen helfen gezielte Ergänzungen.
Bestimmte Lebensphasen: Besonders Welpen großer Rassen, benötigen oft mehr Calcium/Phosphor und bestimmte Vitamine für ihr Wachstum. Auch ältere Hunde, die die vorhandenen Vitalstoffe schlechter aufnehmen oder Verdauungsprobleme haben, können z.B. zusätzliche Vitamine, Omega-3-Fettsäuren und Unterstützung für die Gelenke benötigen.
Gesundheitliche Einschränkungen: Hat dein Hund eine Krankheit, wie zum Beispiel eine entzündliche Darmerkrankung oder Nierenprobleme, oder eine Allergie, dann kann eine Nahrungsergänzung helfen.
Futterwechsel: Auch bei einem Futterwechsel – gerade wenn du deinen Hund stark umstellst, z.B. von Trockenfutter auf Rohfutter, dann kann es sein, dass dein Hund vorübergehend Unterstützung benötigt. Denn einige Enzyme, die zur Verdauung bestimmter Bestandteile nötig sind, müssen sich erst hochfahren. Das dauert ein paar Tage bis Wochen.
Risiken bei Nahrungsergänzung
Nahrungsergänzung ist nicht frei von Nebenwirkungen und Risiken. Gerade bei den fettlöslichen Vitaminen kann es zu einer Überdosierung kommen, die im aller schlimmsten Fall zu Tod deines Hundes führen kann. ,
Auch können Überschüsse von einem Mineral die Aufnahme eines anderen stören. Letztlich hängt auch viel von der Qualität der Nahrungsergänzung ab. Nicht alle Supplements sind gleich. Manche Zutaten oder Dosierungen sind nicht geprüft oder die Bioverfügbarkeit ist einfach mangelhaft.
Ist das Grundfutter schon optimal, bringt eine Nahrungsergänzung oft keinen Mehrwert, sondern leert nur deinen Geldbeutel.
So nutzt du Nahrungsergänzung bewusst.
Damit du nur dann Nahrungsergänzung einsetzt, wenn sie gebraucht wird, habe ich dir hier einige Tipps zusammengefasst:
- Ist dein Hund gesund und erhält gutes und komplettes Futter, dann verzichte zunächst auf Nahrungsergänzung. Beobachte: Fell, Verdauung, Energielevel usw., um einen individuellen Bedarf zu erkennen.
- Selbstkochen oder Rohfütterung: Prüfe die Zusammensetzung deiner „Rezepte“, ob sie auf das Bedürfnis deines Hundes zugeschnitten sind.
- Bei festgestellten Mängeln oder Krankheiten: Lass dich beraten welche Nahrungsergänzung sinnvoll ist. Vielleicht ist auch die Überprüfung und ggf. Anpassung des Basisfutters sinnvoll.
- Qualität: Hochwertige, leichtverdauliche Zutaten solltest du immer den Vorrang geben. Meide Billigprodukte mit unbekannter Zusammensetzung und künstlichen Zusatzstoffen.
- Check-Ups: Gewicht, Blutbild (falls nötig), Haut, Fell, Energie, Verhalten – oft merkt man Defizite daran wie der Körper reagiert.
Weniger ist oft mehr. Nahrungsergänzungen sind kein Allheilmittel und sollten nur bei Bedarf gegeben werden. Ein gesundes, naturbelassenes Futter mit hoher Qualität und guter Bioverfügbarkeit deckt in den meisten Fällen den Bedarf ab.
Solltest du darüber nachdenken, deinem Hund Supplemente zu geben, dann empfehle ich dir zunächst sein Basisfutter zu optimieren und dann gezielt zu ergänzen.
Du bist unsicher, ob dein Hund wirklich Nahrungsergänzung braucht?
In meiner individuellen Futterberatung schauen wir uns das aktuelle Futter deines Hundes genau an und klären, ob Ergänzungen sinnvoll sind oder ob das Basisfutter optimiert werden sollte.
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FAQ: Nahrungsergänzung beim Hund
Braucht jeder Hund Nahrungsergänzung?
Nein. Bekommt ein Hund ein hochwertiges, komplettes und gut verwertbares Futter, ist er in der Regel ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Eine zusätzliche Nahrungsergänzung ist dann meist nicht nötig.
Wann ist Nahrungsergänzung für Hunde sinnvoll?
Nahrungsergänzung kann sinnvoll sein bei selbstgekochtem Futter, Rohfütterung, bestimmten Lebensphasen (z.B. Wachstum oder Alter), Krankheiten, während eines Futterwechsels oder zur Unterstützung in bestimmten Phasen (z.B. Fellwechsel, Läufigkeit der Hündin).
Kann Nahrungsergänzung für Hunde schädlich sein?
Ja. Eine Überdosierung ist möglich, besonders bei fettlöslichen Vitaminen oder Mineralstoffen, kann es zu gesundheitlichen Problemen kommen. Auch Wechselwirkungen zwischen einzelnen Nährstoffen sind möglich.
Woran erkenne ich, ob mein Hund einen Mangel hat?
Mögliche Anzeichen sind Veränderungen von Haut und Fell, Verdauungsprobleme, geringe Energie, Gewichtsveränderungen oder auffälliges Verhalten.
Sollte ich erst das Futter oder die Nahrungsergänzung anpassen?
Immer zuerst für ein gutes Basisfutter sorgen. Ist das Futter nicht optimal zusammengesetzt oder schlecht verwertbar, bringt eine zusätzliche Nahrungsergänzung meist keinen echten Nutzen.
