Dein Hund wird älter und plötzlich funktioniert die Verdauung nicht mehr wie früher. Der Magen scheint empfindlicher zu sein, bei manchen Hunden lässt der Appetit nach, das Futter wird nicht mehr so gut verwertet, und du fragst dich, wie du deinen alten Hund unterstützen kannst. Bei der Ernährung alter Hunde ist es sinnvoll noch mal genau hinzuschauen und die Ernährung zu optimieren. Denn wie ein Hund altert, hängt stark davon ab, was er frisst und wie gut sein Körper damit umgehen kann.
Du kannst deinen älteren Hund mit einfachen Mitteln wirklich sinnvoll unterstützen
Warum die Ernährung alter Hunde so entscheidend ist
Mit zunehmendem Alter verändert sich der Stoffwechsel, die Verdauung und der Hormonhaushalt. Die Organe arbeiten langsamer, das Immunsystem reagiert träger und die Muskulatur baut sich leichter ab. Gleichzeitig sinkt der Energiebedarf, doch der Bedarf an bestimmten Nährstoffen bleibt oder steigt sogar.
Das bedeutet, dass Seniorenhunde nicht einfach „weniger Futter“ benötigen, sondern sie brauchen gezielter zusammengesetztes Futter, welches leichter verdaulich ist.
Eine angepasste Ernährung kann den Alterungsprozess zwar nicht aufhalten, aber sie kann die Verdauung des älteren Hundes entlasten, das Wohlbefinden verbessern und helfen typische Altersbeschwerden zu mildern. Denn genau darum geht es: Dem Körper unnötige Arbeit abzunehmen und wichtige Bausteine für die Gesunderhaltung zu liefern, statt ihn zusätzlich zu belasten.
Was ein älterer Hunde wirklich braucht
Die Ernährung eines Seniorenhundes sollte immer individuell betrachtet werden. Sie ist unter anderem abhängig vom Gewicht, der Aktivität, dem Gesundheitszustand und der Verdauung. Trotzdem gibt es einige Grundprinzipien, die fast immer gelten:
1. Der Proteinanteil darf nicht pauschal gesenkt werden
Oft bekommt man den Rat den Proteinanteil für seinen älteren Hund zu senken. Auch viele Futtermittelhersteller werben mit „reduziertem Protein“ für ältere Hunde. Doch das ist oft kontraproduktiv, denn ältere Hunde verlieren schneller Muskelmasse und sie benötigen hochwertige Proteine zum Erhalt.
Die Proteinquelle sollte hochwertig und leicht verdaulich sein, z.B. Muskelfleisch, Eier, Fisch oder bestimmte Innereien. Wichtig ist, dass der Körper das Eiweiß gut aufspalten und verwerten kann. Schleicht oder minderwertige Proteine belasten Leber und Niere unnötig.
2. Keine sinnlosen Füllstoffe oder künstliche Zusätze
Je älter der Hund, desto empfindlicher reagiert sein Körper auf alles, was er verstoffwechseln muss.
Minderwertige Nebenerzeugnisse, ein zu hoher Stärkeanteil, künstliche Aromen oder Konservierungsstoffe können seinen Organismus zusätzlich unnötig belasten.
Gerade bei älteren Hunden lohnt sich ein kritischer Blick auf die Zutatenliste und die Zusammensetzung des Futters. Jede unnötige Zutat ist eine unnötige Aufgabe für den Stoffwechsel und einem älteren Hund hilft jede Entlastung, die wir ermöglichen können.
3. Leicht verdauliche Nahrung
„Leicht verdaulich“ bedeutet nicht „nährstoffarm“. Viel mehr bedeutet es, dass die Nährstoffe gut aufgenommen werden können, ohne die Verdauung zu überfordern.
Rohfütterung funktioniert bei älteren Hunden manchmal schlechter, weil die Verdauung nicht mehr so gut funktioniert. Große Mengen rohen Proteins oder fettreiche Bestandteile können Magen und Leber belasten. Für manche Seniorhunde ist eine vorgegarte Fütterung daher besser geeignet, weil sie leichter zu verdauen ist. Trockenfutter ist schwer verdaulich und enthält einen zu hohen Stärkeanteil und sollte daher nicht auf dem Speiseplan stehen.
4. Ballaststoffe und Darmgesundheit
Der Darm spielt eine zentrale Rolle bei der Gesundheit. Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich die Verdauung und die Darmflora verändert sich. Ballaststoffe unterstützen eine gesunde Darmtätigkeit, binden Giftstoffe, sind „Futter“ für eine gesunde Darmflora und sorgen für einen gleichmäßigen Kotabsatz.
Geeignete Ballaststoffquellen sind z.B. Kürbis, Pastinake oder Flohsamenschalen. Wichtig ist die richtige Menge für deinen Hund zu finden, denn zu viel Ballaststoffe können genauso belasten wie zu wenig.
5. Qualität statt Menge
Weniger Aktivität bedeutet nicht, dass der Napf halb leer bleiben muss. Entscheidend ist die Nährstoffdichte: Hochwertige, ausgewogene Mahlzeiten in mehreren, kleineren Mengen sind sinnvoller als eine große Portion minderwertigen Futter.
Schon kleinere Ernährungsfehler können sich im Alter stärker auswirken als bei einem jungen Hund. Die Folgen, wie Muskelabbau, stumpfes Fell oder eine träge Verdauung lassen sich häufig sehr viel schwieriger wieder in den Griff bekommen. Auch Medikamente oder chronische Erkrankungen beeinflussen, wie der Körper mit Nährstoffen umgeht. Daher ist wichig die Ernährung regelmäßig zu prüfen und anzupassen.
Seniorhunde können enorm von einer guten Ernährung profitieren. Ein durchdachter Ernährungsansatz kann Beschwerden mindern, Organe entlasten und Lebensqualität spürbar verbessern. Wenn du das Gefühl hast, dass dein Hund empfindlicher wird, Futter schlechter verträgt oder sich einfach verändert, dann ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, um genauer hinzuschauen.
Individuelle Futterberatung für deinen Seniorhund
Ich begleite dich dabei, die Ernährung deines Seniorhundes so anzupassen, dass sie ihn optimal unterstützt. Wir besprechen die aktuelle Fütterung, mögliche Schwachstellen und sinnvolle Anpassungen. Ganz individuell, praxisnah und klar verständlich.
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